Jurybegründung `Stipendium für Bildende Kunst der Landeshauptstadt München  ́ (2016)

(...) Keiyona Constanze Stumpfs skulpturale Arbeiten thematisieren natürliche Prozesse des Wachsens und Vergehens. Ordnung und Chaos als Ursprungsprinzip allen Lebens sind sowohl inhaltlicher wie auch formaler Ausgangspunkt in dem umfangreichen Werk der jungen Künstlerin.

 

In Auseinandersetzung mit den Formprinzipien der Natur und den Themenkomplexen Schönheit, Symmetrie und Ornamentik kreiert sie barock anmutende Objekte und Installationen, die oft über- dimensional über die Ausstellungswand hinweg und in den Raum hinein wuchern.

Die mit unterschiedlichsten Materialien, wie Plastikfolien, Gips oder Papier gekonnt arbeitende Künstlerin fokussiert sich in den letzten Jahren auf den Werkstoff Keramik bzw. Porzellan, der ihren zunehmend filigraner und kleinteiliger werdenden Wandobjekten entspricht. In ihrer Ornamentik und Formensprache dem verspielten Stil des Rokoko zugewandt, entwickeln ihre Werke eben darin eine spannungsvolle Ambivalenz zu ihren inhaltlichen, körperlichen Motiven.