Artist Statement (2021),  Keiyona C. Stumpf

 

Das unendlich großes Repertoire der Naturerscheinungen, ihre innewohnenden Gesetzmäßigkeiten und Wachstumskräfte, sowie die Zyklen von Werden und Vergehen sind für mich für eine unerschöpfliche Inspirationsquelle.

 

In einer organisch-abstrahierten Formensprache suche ich danach, die Essenz des Lebendigen erfahrbar zu machen. Ordnung und Chaos als Ursprungsprinzipien allen Lebens sind hierbei sowohl inhaltlicher als auch formaler Ausgangspunkt.

 

Fremdartige und zugleich seltsam vertraute Formen durchleben in meinen skulpturalen und installativen Arbeiten vielfältige Metamorphosen oder finden in runden, fließenden Silhouetten ihr subtiles Gleichgewicht zwischen Labilität und Stabilität.

 

Geleitet von Gefühl und Intuition lasse ich die Werke aus einem Zusammenspiel von konkreten Ideen und Reaktionen auf zufällige Veränderungen im Schaffensprozess selbst, entstehen.

 

Die Arbeiten scheinen somit immer von einer inneren Dynamik getrieben und bergen Potentiale der Veränderung und Weiterentwicklung in sich.

Sie sind nicht als bloße Nachahmung der Natur zu verstehen, sondern vielmehr als Ausdruck der individuellen Erfahrung und Interpretation natürlicher Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten.

 

Sie spielen mit dem Schönheitsempfinden des Betrachters und hinterfragen jeweils die individuellen Normen und Voreinstellungen der eigenen Wahrnehmung.

 

Das Naturschöne wird hierbei nicht als etwas Vollendetes angesehen, sondern als Ausdruck eines kreativ-schöpferischen Prozesses, der unsere eigenen inneren Realitäten zu berühren vermag, um uns mit den ursprünglichsten Prinzipien unserer Existenz zu verbinden.

Denn letztendlich stehen sich Mensch und Natur ja nicht als Gegensatzpaar getrennt voneinander gegenüber. Die Natur ist nicht nur die Basis unserer Existenz, wir sind „Natur“ und tragen alle ihre Prinzipien in uns.

Ich hoffe durch meine Arbeiten, in dem einen oder anderen dieses erhebende Gefühl von Lebendigkeit ansprechen zu können und damit die Frage nach Schönheit, Dynamik und Veränderung neu aufzuwerfen.